Nachhaltige Mode – darauf musst du achten

Nachhaltiger leben können wir nur, wenn wir unser Konsumverhalten ändern. Unsere Gewohnheiten bestimmen, wohin sich große und kleine Unternehmen entwickeln. Konsumieren wir günstige Kleidung, wird die Modeindustrie versuchen, diese noch günstiger anzubieten, um noch mehr aus der Nachfrage herauszuholen und ihre Konkurrenten auszustechen. Und im Gegenzug fördert die Nachfrage nach mehr nachhaltiger Mode und fair produzierter Kleidung auch das Angebot an Fair Fashion.

Ein nachhaltiger Kleiderschrank

Ich habe mir schon seit längerem vorgenommen, meinen Kleiderschrank einerseits zu reduzieren und ihn andererseits mit nachhaltigen Kleidungsstücken aufzuwerten. Ich mag den Gedanken einer Capsule Wardrobe, kann mich aber zu so viel Minimalismus noch nicht durchringen. Das Prinzip bleibt für mich trotzdem ein guter Orientierungspunkt: weniger Kleidung, die besser zusammenpasst und hochwertig ist. Aber als ich anfangen wollte mein Projekt umzusetzen, stieß ich auf eine essentielle Fragestellung: Was ist eigentlich nachhaltige Mode?

Nachhaltige Mode kaufen – worauf muss ich achten?

Viele große Modeketten versuchen momentan ihr Image „grüner“ zu machen. Dabei ist aber die Gefahr groß, auf Etikettismus und Greenwashing hereinzufallen. Darum ist es umso wichtiger bei einer Kaufentscheidung ausreichend informiert zu sein.

Vor kurzem war ich mit einer guten Freundin unterwegs und wir haben uns nach Kinderkleidung umgesehen. Gerade in diesem Bereich wird oft mit grüner Babykleidung geworben und es wird mit Buzzwords wie „Bio-Baumwolle“, „Grüner Knopf“ oder „GOTS“ um sich geworfen. H&M wirbt schon länger mit seiner Conscious-Kollektion und verwendet Bio-Baumwolle, um die Kleidungsstücke aufzuwerten. Selbst Primark hat inzwischen nachgezogen und verkauft GOTS-zertifizierte Kleidung. Aber wie viele Verbraucher wissen wirklich, was dahinter steht?

Damit ihr in Zukunft wisst, was die unterschiedlichen Labels aussagen, habe ich die Wichtigsten für euch kurz zusammengefasst:

GOTS – faire Arbeitsbedinungen und eine nachhaltige Wertschöpfungskette

GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Das Zertifikat bekommt nur, wer mindestens 70% biologisch erzeugte Naturfaser verwendet, außerdem werden soziale Mindestkriterien festgelegt und alle Zusätze, die in den Textilien verwendet werden, müssen bestimmte Umweltkriterien erfüllen. Hier wird die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet.

Mehr Informationen findest du auf der GOTS-Website.

Grüner Knopf – staatliches Siegel für mehr Transparenz

Der grüne Knopf ist ein deutsches staatliches Textillabel, das 2019 ins Leben gerufen wurde. Wie beim GOTS-Label geht es hier nicht nur um Umweltkriterien, sondern auch um die Prüfung auf Schadstoffe und die Einhaltung von Sozialkriterien. Jedoch wird bei diesem Siegel nur das Ende der Produktionskette betrachtet und nicht der Anbau der Rohstoffe. Kritikpunkte sind außerdem die fragliche Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen.

Mehr Informationen auf der Grüner Knopf Website.

OEKO-TEX – schadstofffrei für eine bessere Gesundheit

OEKO-TEX Labels geben dem Verbraucher Informationen darüber, ob das Produkt frei von Schadstoffen ist. Dies spielt z.B. bei Kinderbekleidung oder Spielzeugen eine große Rolle.

Mehr Informationen findest du auf der OEKO-TEX Website.

Bio-Baumwolle – nachhaltiger Anbau von Rohstoffen

Als Bio-Baumwolle dürfen nur Fasern gekennzeichnet werden, die aus kontrolliertem biologischen Anbau stammen. Dabei wird besonders auf die Verwendung von giftigen Pestiziden und Düngemitteln verzichtet.

Achtung: Es sagt ausschließlich etwas über den Anbau der Baumwolle aus, nicht über die Weiterverarbeitung! Ein T-shirt aus Bio-Baumwolle kann also durchaus unter Einsatz von Kinderarbeit gefertigt sein. Es werden dabei keine sozialen Standards gesetzt.

Mehr Informationen findest du auf der Website des Umweltinstituts München.

…und was gibt’s noch?

Ist dir ein Label über den Weg gelaufen, das ich hier nicht beschrieben habe? Du kannst dich auch ganz leicht über die Website der Verbraucher Initiative e.V. „Label online“ informieren. Die App verfügt über einen Barcode-Scanner, mit dem du Informationen auch unterwegs einfach und schnell abrufen kannst.

Langsamer Wandel – große Wirkung

Auch wenn nachhaltige Mode nur langsam zum Trend wird, hat die Bewegung doch eine große Signalwirkung. Aber es hilft nicht, darauf zu warten, dass andere den Wandel vorantreiben. Nur indem wir selbst aktiv werden, können wir auch etwas bewirken und nachhaltige Mode-Label schießen gerade wie Maiglöckchen aus dem Boden. Jetzt ist es wichtig sich nicht von einem grünen Image täuschen zu lassen, sondern alles zu hinterfragen. Nur so wird sich in der Welt etwas ändern.

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