Capsule Wardrobe zusammenstellen

Du hast den Entschluss gefasst deinen Kleiderschrank radikal zu reduzieren, aber du weißt noch nicht wie? Dann habe ich für dich fünf Schritte, mit denen du deine eigene Capsule Wardrobe zusammenstellen kannst.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Fange an wie die berühmte Marie Kondo – nimm ALLE Klamotten und Schuhe aus deinem Kleiderschrank (außer Unterwäsche, Socken und Sportbekleidung) und wirf sie auf einen Haufen. Als nächstes gehen wir aber anders vor als die Aufräum-Queen, denn es geht hier nicht darum einfach nur auszumisten und das zu behalten, was dir gefällt. Es geht darum eine sinnvolle und zusammenpassende Garderobe zu gestalten. Dazu empfehle ich dir unter folgenden Kriterien auszusortieren.

Es müssen alle Kleidungsstücke gehen, die:

  • zu klein oder zu groß sind.
  • du mehr als ein Jahr nicht getragen hast (keine Ausreden finden wie z.B. „Aber das wollte ich doch unbedingt nächste Woche tragen“. Mach dir nichts vor ;-))
  • dir einfach nicht mehr gefallen.
  • zu keinem einzigen anderen Teil in deinem Kleiderschrank passen.

Glaub mir, diese Aufgabe wird dich eine Weile beschäftigen. Sobald du fertig bist, mache weiter mit Schritt 2.

Schritt 2: Dein Farbschema finden

Da eine Capsule Wardrobe vor allem davon profitiert, dass sie sich nach einem bestimmten Farbschema richtet und so eine natürliche Kombination aller Teile ermöglicht, musst du jetzt herausfinden, wie dieses Farbschema aussehen soll.
Mir gefällt die Einordnung der Farbtypen nach Jahreszeiten. Bist du ein Frühlings-, Sommer-, Herbst-, oder Wintertyp? Dementsprechend kannst du zu deinem Hautton und Haarfarbe passende Farben auswählen.

Wenn dir das nicht gefällt oder die Stile einfach nicht zu dir passen, musst du dich natürlich nicht danach richten. Denn das Wichtigste ist, dass du dich in deiner Kleidung wohl fühlst.

Schritt 3: Kleidung nach Farbschema aussortieren

Du hast dein liebstes Farbschema gefunden? Super, dann kannst du weiter aussortieren. Nimm dir deinen vorsortierten Haufen an Klamotten vor und sortiere ihn noch einmal – diesmal dürfen nur die Farben bleiben, die du ausgewählt hast UND die Teile müssen untereinander kombinierbar sein.

Streng genommen wählst du dabei Kleidungsstücke für deine Capsule Wardrobe aus, die du sowohl im Sommer als auch im Winter tragen kannst.
Aber ich muss ehrlich sagen: das gelingt mir nicht. Da ich im Winter nicht auf meine liebsten Kuschelpullover verzichten möchte, habe ich meinen Kleiderschrank aufgeteilt. Die Kleidung für die Saison, die momentan nicht aktuell ist, bewahre ich in einer Kiste auf und hole sie wieder raus, sobald ich sie benötige.

Egal, ob du deine Capusle Wardrobe nach Jahreszeiten oder für das ganze Jahr gestalten möchtest, du solltest eine bestimmte Anzahl jeder Art von Kleidung in deinen Kleiderschrank lassen. Normal ist eine Anzahl zwischen 25 und 50, ich habe mich auf 33 Teile festgelegt.

Übrigens: Unterwäsche, Sportbekleidung, Socken, Strumpfhosen, Abendkleider und co. sind davon ausgeschlossen. Aber auch hier kannst du dir Regeln setzen, wenn du auch diese reduzieren möchtest. Du kannst dir z.B. vornehmen nur höchstens 10 Teile pro Kategorie zu behalten. Außer vielleicht in der Kategorie Unterwäsche und Socken…

Schritt 4: Deine Garderobe mit neuen Teilen ergänzen

Und? Wie sieht deine Ausbeute aus? Hast du schon von allem genug oder fehlen noch Teile? Ich kann mir vorstellen, dass nicht mehr so viele passende Teile übrig geblieben sind.
Du solltest dir jetzt aber selbst den Gefallen tun und nicht direkt loslaufen und dir neue Kleidungsstücke kaufen. Lass deine Auswahl erst einmal etwas sacken und schau, wie du damit zurecht kommst. Wenn du nach mehreren Wochen merkst, dass dir wichtige Teile fehlen, dann ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, etwas Neues zu kaufen.

Achte aber dabei darauf, dass alles in dein Farbschema passt und mit deinen anderen Kleidungsstücken kombinierbar ist. Auch solltest du es vermeiden deine neuen Kleidungsstücke in einem Fast-Fashion-Geschäft zu kaufen. Probiere doch einfach mal ein paar nachhaltige Läden oder Onlineshops aus.

Schritt 5: Wohin mit der alten Kleidung?

NICHT WEGWERFEN!

Deine alte Kleidung hat es verdient noch eine zweite Chance zu bekommen. Vielleicht bei jemanden, der sich keine neue Kleidung leisten kann.

Gib sie z.B. als Kleiderspende beim Deutschen Roten Kreuz ab. Ich empfehle dabei deine Kleidung nicht in Kleidercontainer zu werfen, da diese oft
geplündert werden. Gehe wenn möglich lieber direkt zu einer Filiale des DRK. Vermeide es am besten auch Kleidercontainer zu verwenden, die von anderen Unternehmen aufgestellt worden sind. Die Kleidung aus diesen Containern wird nämlich meistens nicht gespendet oder für wohltätige Zwecke verwendet, sondern z.B. nach Afrika weiterverkauft.

Wenn du knapp bei Kasse bist, kannst du natürlich auch deine aussortierten Kleidungsstücke weiterverkaufen. Bring sie doch in einen
Second Hand Laden in deiner Nähe. Oder fotografiere deine Teile einzeln und biete sie auf Verkaufsplattformen wie Kleiderkreisel oder
Zalando Wardrobe an. Schau doch mal auf meine Seite Nachhaltige Apps und Websites, dort habe ich schon einige gesammelt.

Am schönsten ist es natürlich, wenn man seine Kleidung zu einem Second Hand Shop um die Ecke bringen kann, leider gibt es diese aber nicht überall.

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